Hilfsnavigation

Blick auf Penzlin vom Mühlenberg Spiegelung
Logo natürlich Mecklenburgische Seenplatte
02.10.2018

Zwölf junge Penzliner denken blau-gelb und sprechen „svensk“

Seit nunmehr drei Jahren lehrt eine junge Lehrkraft Schwedisch. Dieses Angebot wird immer beliebter.

Penzlin. Tütchen voller Gummibärchen liegen auf den Tischen im Raum von Carolin Scholz. Mitten im Unterricht. Die 29-jährige Lehrkraft lächelt hinter ihrem Pult. Für 45 Minuten pro Woche wird in der Penzliner Regionalschule in den Nationalfarben blau-gelb – also Schwedisch – gedacht.
Mit Süßem lässt sich leichter denken, fordert Scholz ihre Schwedischschüler zum Einstudieren eines Dialoges auf. Unzählige Besuche in dem skandinavischen Land haben Scholz die Affinität der Schweden zu häufigen Kaffeepausen samt einer ungebrochenen Vorliebe für Süßes offenbart. Es bedarf keines Psychologiestudiums, um festzustellen, dass es sich bei der Hohenzieritzerin um eine Schweden-Begeisterte handelt.
Eigentlich hat Scholz Grund- und Regionalschullehramt für Mathematik, Deutsch, Musik und Religion studiert. Seit ihrer Jugend interessiere sie sich für die nordischen Länder, in denen die deutsche Alltagshektik noch nicht spürbar sei. Im Gegensatz dazu lebten Traditionen wie das Lucia- und Mittsommerfest auf, da sich dort die wenigsten Bürger einer Gemeinde nicht an den Feierlichkeiten beteiligten. Deshalb besuchte Scholz noch zu Studienzeiten ein zusätzliches Schwedischsprachangebot ihrer Universität. Seitdem sie an der Penzliner Regionalschule arbeitet, hat sie dort ihr Schwedisch-Interesse in ihren Beruf eingebracht – zur Freude der Schüler.

Mit Sprachkenntnissen für Erstaunen gesorgt
Immerhin sei der einmal wöchentlich stattfindende Kurs so beliebt, dass seit einer Woche ein weiterer Kurs mit Achtklässlern läuft. Mit dabei sogar ein Viertklässler, der sich für das Schwedischlernen sogar eigens das Okay seiner Eltern zur Teilnahme in der siebten Schulstunde eingeholt habe.
Zu den motivierten Nutznießern dieses exklusiven Sprachangebotes gehört unter anderem Melina Runge. Seit drei Jahren lernt die Penzlinerin – ein Sprachenfan – Schwedisch. Die Sprache habe ihren Reiz, sagt sie. Vor allem die abweichende Betonung im Vergleich zum geschriebenen Wort. Die Aussprache mute nicht selten etwas humoristisch an. Die schwedische Übersetzung von „Bitte sehr“ (varsågod) hat die 14-Jährige zur Namenstaufe ihres Fahrrades verführt. Die Aussprache klingt mit „var she go“ ziemlich Englisch.
Verblüfftes Erstaunen wurde jüngst der 14-jährigen Emma Josefine Melz zuteil, als sie nach drei Jahren Schwedischunterricht einen Tag im skandinavischen Lande verbracht hat und sich dort zur Überraschung der Schweden beim Kaffeetrinken oder Einkaufen gut verständigen konnte.
Schwedisch finden Emma Josefine und ihre Mitschülerin Jasmin Laarz sogar einfacher als Englisch. „Weil es eine Mischung aus Plattdeutsch und Englisch ist“.
Im heimischen Gefilde beschäftigt sich Scholz mit schwedischen Kinderbüchern und -filmen. Ab und zu auch ein Blick in die Schwedenzeitung. Immer donnerstags bildet sich die Lehrkraft selbst über einen Kurs der Volkshochschule weiter. In Penzlin lernen also nicht nur die Schüler, sondern auch ihre Lehrerin. Das verbindet.

02.10.2018 
Quelle: Nordkurier 

Kontakt

Stadt Penzlin
Der Bürgermeister
Warener Chaussee 55a
17217 Penzlin

Telefon+49 3962 2551-0
Fax+49 3962 2551-52
d.hoeck@penzlin.de