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01.04.2017

Wo Hexen mit den Augen mitessen

Als Pächter im Burgrestaurant Penzlin eingestiegen zu sein, das haben Swetlana Hoyer und Bernd Hoffmann keinen Tag bereut. Nach nunmehr fünf Jahren ziehen sie eine positive Bilanz und lassen an ihrem Erfolg auch andere Menschen teilhaben.

Penzlin. Swetlana Hoyer und Bernd Hoffmann sind auf den Hund gekommen. Zumindest gehört der schwarze Spielzeug-Mops auf dem Tresen für dieses Jahr zum Team im Burgrestaurant Penzlin. Und wenn Gäste ihn mit Geldstücken füttern, bedankt sich der Vierbeiner sogar dafür. Dass er angeschafft wurde, hat mit dem Jubiläum der Gastronomen zu tun.
Seit fünf Jahren bewirtschaften sie die urige Gaststube in der Alten Ritterburg, die sie von der Stadt gepachtet haben. „Anlässlich unserer Jubiläumsfeier baten wir die Gäste, uns statt Blumen und Geschenken Spenden zukommen zu lassen. Die eingenommenen 820 Euro haben wird aufgerundet. 1000 Euro gingen an den Verein zur Unterstützung Krebskranker Kinder, der sich vielseitig an der Universitätsklinik Greifswald einbringt“, sagt Bernd Hoffmann und erwähnt den Besuch des Eltern-Kind-Hauses. Noch heute bewegt das dort Erlebte das Duo vom Burgrestaurant sehr. Darum werden die Gäste weiterhin um Spenden für den Greifswalder Verein gebeten.
Andere am eigenen Erfolg teilhaben zu lassen, das ist den Beiden ganz wichtig. War die Übernahme der gastlichen Stätte im März 2012 in Punschendörp doch anfangs eine ungewisse Geschichte. „Die Pächter vor uns hatten zum Leidwesen der Penzliner oft gewechselt. Das Restaurant stand sogar ein Jahr leer. Darum schlug uns anfangs viel Skepsis entgegen”, erinnert sich Swetlana Hoyer, die aus Rosenow täglich zur Arbeit fährt.
Als gelernte Kinderpflegerin sattelte die heute 39-Jährige 1999 beruflich um, war im Servicebereich vom Schloss Bredenfelde tätig. Dort traf sie auf Koch Bernd Hoffmann. Bei Beiden wuchs die Idee, gemeinsam ein Restaurant zu führen. „Wir haben in Penzlin ganz klein angefangen. Hilfe brachte uns der Existenzgründerkredit, der längst abgezahlt ist“, fügt Bernd Hoffmann hinzu, der in Ankershagen zuhause ist und seinen Beruf einst im Warener Bahnhofshotel erlernte. Ambiente und rustikale Ausstattung des Restaurants, das sich im Anbau der Alten Burg befindet, sind absolute Zugpferde. Hexen schauen aus erhöhter Position den Gästen auf den Teller. In Nachbarschaft von Rittersaal, Schwarzküche und Folterkeller des Burgmuseums werden Gerichte gereicht wie Kerkersuppe, Landsknechtspeise, Burgteller, Fegefeuer und auch Arme Ritter. Und die Kinder können sich über Saurierfüße freuen, die sich als kleine Grillwürstchen erweisen. Natürlich werden hier auch Ritteressen abgehalten. Dabei gibt es immer viel Spaß, das Aufgetischte nur mit einem kleinen Dolch zu Munde zu führen. Wer geschickt ist, der weiß sich dabei auch mit abgenagten Knochen zu behelfen.
„Es gibt Stammgäste, die jedes Jahr bei uns vorbeischauen”, sagt der 58-jährige Koch und zeigt auf eine Glückwunschkarte zum Firmenjubiläum von Christian und Silvia aus Hamburg. Das Paar heiratete einst im Rittersaal von Penzlin und lud die Hochzeitsgesellschaft danach in das Burgrestaurant ein. Auch für dieses Jahr gibt es schon wieder viele Anmeldungen für Familienfeiern. Natürlich haben die Gastronomen auch Walpurgisnacht und Burgfest als städtische Veranstaltungen im Terminkalender stehen. Gut eingespielt hat sich die Zusammenarbeit mit den Museumsmitarbeitern.
Mit dem Monat April ändern sich die Öffnungszeiten in der Burg und damit gibt es dann auch im Restaurant nur noch den Dienstag als Ruhetag. Mit zu erwartender größerer Gästeanzahl legt Swetlana Hoyer dann im Service wieder mehr Kilometer zurück. Denn wer im Burgrestaurant kellnert, muss vor allem Treppen steigen. 17 Stufen führen hinunter in die Küche und weitere 17 Stufen führen hinunter in die Küche und weitere 17 Stufen hinauf zur Empore. „Wer in der Gastronomie arbeitet, der muss schon für seinen Job brennen”, nennt Swetlana Hoyer ein wichtiges Kriterium für die Arbeit im Restaurant. Dabei sind ihr und ihrem Kollegen der Rückhalt aus der eigenen Familie ganz wichtig.
Kontakt zur Autorin
m.jacobs@nordkurier.de

01.04.2017 
Quelle: Nordkurier 

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