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06.02.2018

Trubel und Heiterkeit sind hier längst daheim

Mutter und Tochter kümmern sich als Tagesmütter um die Kleinen im Dorf. Gibt es hier doch schon lange keine Kita mehr. Aber das Dorf ist gut gesegnet mit Nachwuchs.

Lapitz. Es ist Schnupfenzeit. Die Box mit den Papiertaschentüchern steht griffbereit. Ramona Klepke hat sich gleich um mehrere Triefnasen zu kümmern. Denn neben Carlos und Lucia – ihren Zwillingsenkeln – betreut sich auch noch Thilo, Lina und Käthe. Alle im Alter von 1 bis 3 Jahren. „Seit 2005 bin ich Tagesmutter im Dorf und habe seitdem gut zu tun mit dem Nachwuchs”, erzählt die 50-Jährige, die einst den Beruf einer Zootechnikerin im VEG Groß Vielen erlernte.
Später war sie in der Kälberpflege in der LPG Mallin tätig. „Ich bin hier in Lapitz mit acht Geschwistern aufgewachsen. Da war immer Jubel, Trubel, Heiterkeit in der Bude. Mit sechs Jahren wurde ich schon Tante, habe mich um Nichten und Neffen gekümmert. Darum liegt mir der Umgang mit Kindern sehr”, erklärt sie die Motivation für ihre jetzige Tätigkeit. Im Blauen Haus am Teichgarten 5 gehen die Lütten täglich ein und aus. Dabei handelt es sich um das Elternhaus von Ramona Klepke, die die Räumlichkeiten für den Start in den neuen Job kindgerecht herrichten ließ.

Weiterbildung in der Volkshochschule Waren
„Ich selbst besuchte noch den Kindergarten im Schloss des Dorfes, zählte zur letzten Gruppe dieser Einrichtung”, erinnert sich die Lapitzerin. Heute steuern die Eltern mit ihrem Nachwuchs Kitas in Penzlin und Mallin an. Aber auch die Tagesmütter tragen zur Kinderbetreuung im Penzliner Bereich bei. Leider seien es sehr viel weniger Berufskolleginnen geworden, weiß Ramona Klepke zu berichten. Neben Lapitz gebe es nur noch in Neuhof und in Puchow so kleine Gruppen.
Der Austausch der Tagesmütter findet oft bei Weiterbildungen in der Volkshochschule Waren statt. In die Fußstapfen ihrer Mutter ist im vergangenen Jahr auch Mary Maßlow getreten, die staatlich anerkannte Familienpflegerin ist. Nach der Ausbildung in Neubrandenburg siedelte sich die heute 30-Jährige zunächst in Blankenhof an, kam dann mit der Familie zurück nach Lapitz. Auf dem Grundstück der Mutter wurde ein neues Haus gebaut, das heute auch Tageskindern zur Verfügung steht.
„Das Dorf ist eben unsere Heimat, einer kennt den anderen. Viele junge Leute aus meiner Generation kamen in den vergangenen Jahren zurück”, freut sich Mary, die momentan die einjährige Greta aus Penzlin betreut.
Wie sieht der Alltag so einer Tagesmutter aus? „Die Ankunft der Kinder hier bei mir richtet sich nach den Arbeitszeiten der Eltern. Mitunter ist das auch schon recht früh, auch den Feierabend richte ich nach den Kindern aus”, kommt Ramona Klepke auf ihre Arbeit zu sprechen. Gerade der unkomplizierte und familiäre Umgang im Hause Klepke wird von den Eltern sehr geschätzt. Gemeinsam geht es an den Frühstückstisch. Das Mittagessen wird angeliefert. Der Spaziergang durchs Dorf gehört täglich zum Programm. Dabei wird auf dem Sportplatz herumgetollt, ein Picknick bietet sich dort immer in der warmen Jahreszeit an. Vorbei geht es an der Kfz-Werkstatt im Dorf, wo es für die Kinder oft Neues zu entdecken gibt. Und Opa Richter mit seinem Traktor winken die Lütten gern zu. Auch die Tiere auf den Höfen des Dorfes haben die Kinder längst kennen gelernt. Zusammenzuspielen, das mögen die Kleinen besonders. Und wenn der dreijährige Thilo das Lied „Hoppe, hoppe Reiter” singt, hören die Kleinen ganz entzückt zu.
„Hier lernt einer vom anderen”, hat Ramona Klepke in all den Jahren erfahren. Reich werde man mit diesem Job wohl nicht. Mit dem Herzen dabei zu sein, das mache vor allem die Betreuung der Kinder aus. Wie in großen Einrichtungen wird übrigens auch bei den Tagesmüttern Kinderfasching gefeiert, und zwar am 16. Februar. Ebenso gibt es den Oma- und Opa-Tag.

06.02.2018 
Quelle: Nordkurier 

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