Hilfsnavigation

Blick auf Penzlin vom Mühlenberg Spiegelung
Logo natürlich Mecklenburgische Seenplatte
30.04.2018

Tafel erzählt vom Ende des Krieges in Penzlin

Ein Gräberfeld mit Holzkreuz erinnert auf dem Friedhof in Penzlin an 183 Menschen, die 1945 in den letzten Kriegstagen ihr Leben verloren. Dieser Ort soll jetzt zusätzlich mit einer Erinnerungstafel versehen werden.

Penzlin. Vier Stolpersteine erinnern seit wenigen Wochen in Penzlin an die letzte jüdische Familie, die in Deportationslagern der Nazis zu Tode kam. Georg und Herta Pinkus wohnten mit ihren Kindern in der Bahnhofstraße 14a. Mit einer weiteren Gedenktafel soll nun den Opfern von Gewalt und Vertreibung in den letzten Tagen des Zweiten Weltkrieges gedacht werden. Sie bekommt ihren Platz vor dem großen Holzkreuz auf dem Friedhof in Penzlin. Es erinnert an die 183 Menschen, die im Zeitraum vom 28. April bis 9. Mai 1945 in Penzlin umgekommen waren.
Peter Latzel, der heute in Thüringen zuhause ist, hatte die Stadt darum gebeten, dieses Kreuz mit einer Tafel zu ergänzen. Ausschlaggebend war auch die Veröffentlichung „Das Kriegsende in Penzlin 1945”, die der gebürtige Penzliner zusammen mit Wolfgang Fuhrmann aus Alt Rehse im Jahre 2015 herausgegeben hatte. Neben dem Einarbeiten von Zeitzeugenberichten recherchierten die beiden Autoren auch in Archiven von Schwerin und Rostock sowie in den Sterbebüchern des Standesamtes der Stadt Penzlin. So waren die Begräbnislisten aus dieser Zeit Grundlage für das Aufarbeiten dieses traurigen Kapitels der Penzliner Stadtgeschichte. Pastor Dr. Konrad Hendrik hatte sie damals erstellt. Penzlin wurde am 30. April 1945 von der Roten Armee kampflos eingenommen. Aus Furcht vor Vergewaltigungen, Rache und Misshandlungen nahmen sich ganze Familien das Leben. Gleiche Schicksale gab es in Städten wie Demmin, Neubrandenburg, Burg Stargard, Malchin und Friedland zu berichten.
Auf Anregung von Peter Latzel wurde im Kulturausschuss der Stadt über Anfertigung, Beschriftung und Standort dieser Erinnerungstafel diskutiert.
Wie von Bürgermeister Sven Flechner zu erfahren war, teilen sich Kommune, Kirchengemeinde und der Initiator die Kosten für die Granittafel. Sie trägt die Inschrift: „Zum bleibenden Gedenken an die Opfer von Krieg, Vertreibung und Gewalt in den letzten Kriegstagen 1945 in Penzlin, von Hunger und Entbehrung. Unsere Aufgabe ist es, zu erinnern und nicht zu vergessen.”
Eingeweiht wird die Tafel am Mittwoch, 9. Mai, um 15 Uhr auf dem Friedhof. Dazu sind auch Altpenzliner aus Nah und Fern eingeladen.

30.04.2018 
Quelle: Nordkurier 

Kontakt

Stadt Penzlin
Der Bürgermeister
Warener Chaussee 55a
17217 Penzlin

Telefon+49 3962 2551-0
Fax+49 3962 2551-52
f.colberg@penzlin.de