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Blick auf Penzlin vom Mühlenberg Spiegelung
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06.04.2017

Sie haben eine dicke Freundschaft geschmiedet

Bei seinem Vater erlernte Uwe Böttcher einst das Schmiedehandwerk, gab das Wissen an seinen Sohn und andere Handwerkskollegen weiter. Heute widmet er sich gern der Kunst – schafft sich so ganz eigene Freunde.

Penzlin. Seine alte Hexe ist er los. Mit einem lachenden und einem weinenden Auge verabschiedete sich Uwe Böttcher von diesem Fabelwesen, das im Penzliner Schmiedefeuer geboren wurde. Gut zwei Jahre behütete die 60 Kilogramm schwere Dame den Eingang zur Werkstatt in der Stavenhagener Straße.
„Jetzt steht sie in einem Ferienpark in der Toscana und erfreut dort sicherlich die Gäste”, berichtet der Schmied. Um nicht so allein in seinem Reich mit Amboss und Schmiedefeuer zu sein, nutzte der 65-Jährige die monatelange Winterzeit und baute sich einen neuen Gefährten. Dabei handelt es sich um einen stolzen Wikinger. Die Geschichte dieser Nordmänner habe den Handwerksmeister schon immer interessiert, sagt er. „Zu dem Mann muss ich schon ehrfurchtsvoll aufschauen”, erzählt Uwe Böttcher lachend – und meint damit die Maße des 2,20 Meter großen Gesellen, der runde 120 Kilogramm auf die Waage bringt.
Während die Kappe des Kriegers bereits etwas Rost angesetzt hat, überlegt der Erbauer noch, ob er dem gesamten stählernen Körper eine Patina gönnt. Mit Halskette, passender Gürtelschnalle und typischer Bewaffnung traute sich der Penzliner beim Gestalten auch an Details heran, die nun mal einen Wikinger ausmachen.
Öffnet Böttcher am Morgen die große Werkstatttür, haben auch die vorbeifahrenden Kraftfahrer an der Bundesstraße 192 etwas zu gucken. Denn der Krieger ist kaum zu übersehen. Neben Aufträgen für Privatleute schürt Uwe Böttcher das Schmiedefeuer auch für weitere künstlerische Projekte, die ihm große Freude bereiten.
Kunstschmiedearbeiten aus Penzlin finden sich in Österreich, in der Schweiz, in Andalusien und in den Skandinavischen Ländern. Böttchers Tierfiguren begeistern zudem die Besucher des Müritz-Nationalparks. Doch eigentlich könnte der Penzliner den Schmiedehammer auch an den Nagel hängen. Hat er doch das Rentenalter erreicht.
Aber nichts da – „ich mache weiter. Was soll ich sonst tun? Etwa den ganzen Tag fernsehen?”, lautet die klare Absage des rührigen Handwerkers an den Müßiggang.
Kontakt zur Autorin
m.jacobs@nordkurier.de

06.04.2017 
Quelle: Nordkurier 

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