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14.02.2018

Ruinen ruinieren das Penzliner Altstadt-Flair

Sogar ein Italiener hat sich ein altes Haus in Penzlin gekauft, beachtet es aber kaum. Denn wie viele Gebäude in der Altstadt steht es leer und wird mit den Jahren vom Bauzustand her nicht besser. Die Stadt hofft auf Hilfe aus Schwerin, um bei privaten Sanierungsvorhaben wieder unterstützen zu können.

Penzlin. Die Zeit der schiefen und kaputten Bürgersteige ist eigentlich vorbei in Penzlin. Denn in den vergangenen Jahren hat sich viel bewegt in dieser Kleinstadt. Und das auch, weil sie seit 1990 zu den Modellstädten im Land gehörte, die mit Hilfe von Städtebaufördermitteln viele Vorhaben umsetzen konnte.
Dabei flossen mehr als 18 Millionen Euro. Diese Förderung wurde 2014 von Schwerin gekappt. Daher war die Kommune nicht mehr in der Lage, private Maßnahmen im Sanierungsgebiet finanziell zu unterstützen. „Beim Rundgang durch Penzlin fallen mir brachliegende Grundstücke auf, die wirklich keinen guten Eindruck machen. Soll das in zehn Jahren immer noch so aussehen?”, fragte Jürgen Block aus Lübkow während der Sitzung des Stadtentwicklungsausschusses kritisch an und traf damit ein Thema, das auch Bürgermeister Sven Flechner bewegt.
„Da die Städtebaufördermittel in Fünf-Jahresraten vergeben wurden, sind wir noch nicht ganz am Ende damit. Eine halbe Million Euro konnten wir noch zurücklegen. Das Geld ist aber vor allem für Straßenbauprojekte in der Innenstadt gedacht”, sagt der Verwaltungschef.
So soll Geld nach Abriss der Wohnblöcke in der Großen Straße 5 bis 10 in den Ausbau der Bornstraße fließen. Penzlin habe beim Energieministerium erneut Anträge für den noch bestehenden Sanierungsbedarf gestellt und hoffe auf eine Zusage. „Gut 30 Grundstücke sind noch im Altstadtbereich zu sanieren. Darum haben wir uns um Fördergelder in Höhe von 770 000 Euro beworben”, ist von Sven Flechner zu erfahren. Damit könnte ein Signal gegeben werden, dass private Bauvorhaben in diesem Bereich wieder Unterstützung erfahren wie zum Beispiel beim Erneuern einer Fassade oder dem Einbau moderner Fenster.
Während die Stadt früher bei den leerstehenden Häusern vor allem mit ungeklärten Eigentumsverhältnissen zu tun hatte, fehle es heute an der Initiative der Eigentümer. „Viele davon wohnen nicht in Penzlin, sehen darum nicht täglich diese Schandflecken in der Altstadt. Anderen fehlt ganz einfach das Geld, um diese Häuser wieder in Schuss zu bringen”, führt der Bürgermeister Gründe an, warum einige Gebäude nach und nach verfallen. Auf jeden Fall suche die Stadt das Gespräch mit den Hausbesitzern, um eventuell gemeinsam in dieser Sache voranzukommen. So gebe es Überlegungen in der Verwaltung, besonders heruntergekommene Grundstücke an markanten Punkten im Stadtbild eventuell zu erwerben und sie zu beräumen. Mitunter sind von einigen Häusern nur noch Ruinen übrig geblieben, aus deren Schutt schon Bäume wachsen.
Rahmenplaner Lutz Braun hat für das Bauamt übrigens eine Liste erarbeitet, auf der alle diese baulichen „Sorgenkinder” in der Turm-, Speck- und Weberstraße sowie am Erdberg erfasst wurden. „Hier in der Innenstadt so ein Haus zu übernehmen und es herzurichten, das könnte für Interessenten durchaus attraktiv sein. Denn neben der zentralen Lage sind auch die niedrigen Bodenpreise von Vorteil. Kostet der Quadratmeter doch nur zwischen 35 und 37 Euro”, wirbt Bürgermeister Flechner für Lückenbauten in der Innenstadt. Stehen die ungenutzten Bauten nicht unter Denkmalschutz, könnte auch Modernes entstehen. Denn die ursprünglichen Fachwerkhäuser mit niedrigen Decken und kleinen Zimmern seien für Bauherren nicht mehr so interessant.
Paradox erweist sich für Penzlin, dass die Stadt aufgrund der hohen Nachfrage neue Eigenheimstandorte schaffen muss. Andererseits stehen Häuser leer im Umkreis von Marienkirche und künftigem Literaturhaus am Markt.

14.02.2018 
Quelle: Nordkurier 

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