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17.04.2018

Prozess um gefolterte Sarah H. startet neu

Ein Mann foltert seine Freundin zu Tode und wird verurteilt. Doch der Bundes-gerichtshof hebt das Urteil auf. Heute startet ein neuer Prozess dazu.

Alt Rehse/Neubrandenburg. Der aufsehenerregende Fall um die zu Tode gefolterte Sarah H. in Alt Rehse wird am Landgericht Neubrandenburg neu verhandelt. Von heute bis Anfang September seien etwa 20 Verhandlungstermine geplant, hatte eine Gerichtssprecherin erklärt. Für eine Beweisaufnahme sollen, wenn der Beschuldigte nicht geständig ist, mehr als 50 Zeugen geladen werden. Der bizarre Fall hatte über Mecklenburg-Vorpommern hinaus für Schlagzeilen gesorgt.
Der 52-Jährige, im Dorf als Sonderling betrachtet, war vor einem Jahr wegen Körperverletzung und Freiheitsberaubung mit Todesfolge zu fünf Jahren Haft verurteilt worden. Das Gericht hatte ihm dabei „verminderte Schuldfähigkeit“ attestiert. Der Verteidiger legte Revision ein. Der Bundesgerichtshof hob das Urteil auf. In einer Neuverhandlung solle der Gesundheitszustand zur Tatzeit und damit genauer geprüft werden, ob der Mann überhaupt schuldfähig war.
Der Mann hatte die 32-Jährige im Sommer 2016 im Streit nackt an ein Bett gefesselt und mit einer Peitsche misshandelt, wie er bei der Polizei aussagte. Danach bekam die Frau in seinem Haus so lange kein Essen und Trinken, dass sie schließlich starb. Der Mann hatte die Tote in Decken und Folien gewickelt und auf eine Sackkarre gebunden. Die stark verweste Leiche wurde erst zwei Monate später bei einem Einsatz wegen Ruhestörung gegen den Mann gefunden.
Sollte das Gericht dem Mann eine völlige Schuldunfähigkeit attestieren, sehen Rechtsexperten zwei Möglichkeiten: Zum einen könnte das Verfahren mit einem Freispruch enden, zum anderen könnte das Gericht den Mann auch in eine psychiatrische Klinik einweisen, falls er eine Gefahr für Andere darstellt.

17.04.2018 
Quelle: Nordkurier 

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