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04.07.2018

Penzlin sucht Bauherrn für die Kinder

Mit der Kirchgemeinde war man sich schon fast einig. Dann gab es einen Rückzieher. Nun muss Penzlin schnell einen Träger suchen, oder am Ende vielleicht sogar selbst bauen? Denn die Stadt braucht dringend Kita- und Hortplätze.

Penzlin. Wohin mit den Kindern? Penzlin sucht einen potenten Kita-Träger, der als Bauherr eine neue Kita in Penzlin baut. Und wenn sich keiner findet, dann prüft die Stadt, ob sie selbst baut. Das haben die Stadtverteter nun einstimmig beschlossen. Jedoch nicht ohne Bauchschmerzen. „Wir haben die Pistole auf die Brust gesetzt bekommen“, fasst Stadtpräsident Michael Baaß die Situation zusammen.
Die Eltern in Penzlin wissen nicht wohin mit ihren Kindern. Eine fast schon greifbare Lösung ist in letzter Sekunde gescheitert und der Landkreis will ein schnelles Signal. Die Kitas in Trägerschaft von Awo und Kirchengemeinde platzen aus allen Nähten. Die Anmeldungen reichen bis Dezember 2019. Es gibt Wartelisten. Seit November des Vorjahres ist in Penzlin auch keine Tagesmutter mehr tätig.
Nach Angaben der Jugendhilfeplanung des Landkreises fehlen im Penzliner Amt 12 Krippenplätze, 30 Kindergartenplätze und 20 Hortplätze. Die Unterversorgung spitzt sich noch weiter zu, denn die Zahl der fehlenden Hortplätze wird sich im nächsten Jahr verdoppeln.Eine Lösung muss her, wenn die Kinder nicht in Einrichtungen in den umliegenden Gemeinden untergebracht werden sollen.
Verantwortlich für die Kitaplätze ist der Landkreis, nicht die Stadt Penzlin. Trotzdem hat Bürgermeister Sven Flechner schon signalisiert, eine Lösung finden zu wollen, um die Attraktivität des Wohnstandorts Penzlin als Grundzentrum nicht zu gefährden.
Die Gespräche mit der Kirchengemeinde Penzlin-Groß Lukow/Mölln waren schon recht weit. Die Verwaltung hatte gehofft, dass die Kirche eine neue Kita baut. Doch die machte nun einen Rückzieher, wie die Stadtvertreter von der Verwaltung erfahren mussten. Gleichzeitig tickt die Uhr, denn der Landkreis hat eine Fördersumme von 700 000 Euro in Aussicht gestellt.
Damit dieses Geld in Penzlin bleibt und nicht an eine andere Gemeinde fließt, forderte der Landkreis ein Signal aus Penzlin. Die Prioritätenliste wird im August beim Jugendhilfeausschuss des Kreises nämlich neu verhandelt. „Wenn wir kein Signal abgeben, dass wir etwas unternehmen, dann sind die Fördermittel futsch“, machte Sven Flechner klar. Jetzt soll ein Interessenbekundungsverfahren durchgeführt werden, um einen Kita-Träger zu finden, der als Bauherr eine neue Kita in Penzlin baut.
Falls sich kein Träger für einen Neubau findet, dann soll die Stadt Penzlin eventuell als Bauherr einspringen. Der Neubau könnte anschließend an einen Träger vermietet werden. Die Kita selbst zu betreiben, sei keine Option, wie Flechner bereits vor einigen Monaten verdeutlichte. „Wir haben als Stadt die Verantwortung für die Kinder“, sagte Stadtvertreterin Dagmar Kaselitz.
Wo die klamme Stadt dann das Geld dafür hernehmen soll, blieb allerdings unklar. Bei der Schätzung der Baukosten stützt sich die Verwaltung auf Erfahrungswerte. Pro Platz müsse man mit 32 500 Euro rechnen. Für 62 Plätze wären das über 2 Millionen Euro. Da sich Kitas aber erst ab 70 bis 80 Plätzen rentieren, müsste ein Träger oder die Stadt wohl eher mit 2,5 Millionen Euro rechnen.
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i.nehls@nordkurier.de

04.07.2018 
Quelle: Nordkurier 

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