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07.02.2018

Penzlin hat viel Stoff für Geschichten

Als Penzliner kann Gerhard Kresin persönliche Geschichten kaum von jüngerer Stadthistorie trennen. Das bemerkt er wieder bei den Recherchen zum Haus in der Warener Straße 2, in dem er mit der Familie wohnte.

Penzlin. Fotoalben sind auch heute noch aktuell. Gerhard Kresin findet Bilder allein aber nicht aussagekräftig genug. Er schreibt seine persönlichen Erinnerungen gern auf. So sind inzwischen schon mehrere Hefte im Eigenverlag erschienen, die von der Kindheit in Penzlin, von der Oberschulzeit in Waren und vom dreijährigen Wehrdienst bei der NVA in Karpin berichten. Auch die Studienjahre 1972 bis 1976 in Dresden wurden mit kleinen Geschichten bedacht. „Im Moment hat es mir das Haus in der Warener Straße 2 angetan. Denn dort habe ich mit meiner Frau und unseren beiden Jungen von 1976 bis 1990 gewohnt”, sagt der 66-Jährige, der nach dem Studium seine erste Arbeitsstelle als Bauingenieur im Tiefbaukombinat Neubrandenburg fand. Dass die Recherchen zu diesem Zuhause umfangreicher ausfallen, hat mit der Historie des Gebäudes zu tun. Alteingesessene kennen es noch als Hotel „Goldene Krone”, das einst mit zu den besten Häusern in der Kleinstadt gehörte. Und so treffen Memoiren mit einem Teil der Stadtgeschichte zusammen. „Um Klarheit über mir unbekannte Namen und über die Inhaber dieses Hotels zu bekommen, habe ich auch schon bei Susan Lambrecht im Stadtarchiv nachgefragt”, kommt der Penzliner auf Nachforschungen zum Thema zu sprechen.

In den 20ern war ziemlich viel los in Penzlin
Inzwischen hat er bereits viele Seiten auf seinem Computer verfasst und mit historischen Aufnahmen illustriert. „Mitunter sitze ich bis in die Nacht an meinen Geschichten, da sich immer neue spannende Fakten ergeben”, erzählt Gerhard Kresin, der mal Bürgermeister in Penzlin war und noch immer als Kommunalpolitiker mit dem Mandat der FDP im Stadtparlament mitmischt. Ist Penzlin heute vor allem als Wohnstandort beliebt, zeigte sich die Kleinstadt in den 20er Jahren mit einem ganz anderen Profil. So gab es viele kleine Betriebe und die Güter ringsum sorgten ebenfalls für Bewegung im Ort. Handelsreisende waren unterwegs, die Quartier brauchten. Penzlin konnte gleich mehrere Herbergen vorweisen. So gab es neben der „Goldenen Krone” auch den „Kaiserhof”, den „Schweriner Hof” und das „Wallschlößchen”.
„Ich habe die Spur ab 1725 aufgenommen, als ein Stadtbrand hier alles zunichte machte. Beim Historiker Eduard Danneil war zu lesen, dass der Gasthof ‚Zur Goldenen Krone’ 1838 erbaut wurde. Hier befand sich auch das Domizil der Schützenzunft”, kommt Gerhard Kresin auf geschichtliche Daten zu sprechen. Mit dem Bau der Chaussee von Waren nach Neubrandenburg im Jahre 1848, die mitten durch Penzlin führte, gab es einen weiteren Aufschwung für die Kleinstadt. 1914 brannte der Gasthof zur „Goldenen Krone” ab. Wilhelm Harder, Besitzer des „Seehofes” beauftragte daraufhin den Bauunternehmer Max Brunnckow mit dem Wiederaufbau des Hauses.
Restaurant und Frühstücksraum sowie ein kleiner Saal machten das Hotel mit aus, im Seitenflügel zum Wall befanden sich die Hotelzimmer. Wie Gerhard Kresin herausgefunden hat, handelte es sich dabei um kleine Räume ohne großartige Ausstattung. Auf dem Flur stand den Gästen eine Gemeinschafstoilette zur Verfügung. Und im Haus gab es im Erdgeschoss einen Frisörsalon. „Betrieben wurde das Hotel bis 1945. Es war auch ein Treff für Geschäftsleute und Landwirte, Vereine feierten hier Feste”, so der Hobbyautor. Nach dem Krieg zog hier die Nebenstelle der russischen Kommandantur ein, was dem historischen Gebäude gar nicht gut bekam. Später übernahm die HO das Haus und richtete eine Lebensmittelverkaufsstelle ein. Einen Eigentumswechsel gab es nach der Wende. Seitdem steht das Gebäude leer, wird für wilde Plakatierungen genutzt.
„Gehe ich an diesem Haus vorbei, schaue ich automatisch zu den Fenstern unserer ehemaligen Wohnung hoch”, gibt Gerhard Kresin zu verstehen, der seit vielen Jahren in einem der sanierten denkmalgeschützten Häusern in der Hirtenstraße wohnt. Garantiert wird er auch noch aufschreiben, welche Hürde die Familie auf dieser Baustelle nehmen musste.
Kontakt zur Autorin
m.jacobs@nordkurier.de

07.02.2018 
Quelle: Nordkurier 

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