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05.04.2017

Neue Hoffnung in Mallin: Schlossretter sind da!

Für Negativschlagzeilen war das Schloss Mallin in den vergangenen Jahren immer gut. Dafür sorgten die Besitzer, die das Anwesen dem Verfall preisgaben. Das könnte sich jetzt ändern. Unternehmer aus Aachen wollen das Herrenhaus nun wirklich herrichten.

Mallin. Es geschehen noch Zeichen und Wunder: Das Schloss in Mallin hat neue Eigentümer. Schon im Sommer vorigen Jahres sollen die Kaufverhandlungen über den Tisch gegangen sein.
Und es tut sich etwas am Herrenhaus. So wurde der Wildwuchs rings um das einst repräsentative Gebäude beseitigt, im Park ist Technik im Einsatz. Es gab erste Sicherungsmaßnahmen im Inneren des Hauses, das zudem vom Müll vergangener Jahrzehnte befreit wurde. „Ich habe ein gutes Gefühl. Die neuen Eigentümer waren schon mehrmals vor Ort”, ist von Landwirt Robert Ernst zu erfahren, der viele Jahre Bürgermeister von Mallin war, nach der Fusion mit Penzlin nun als Ortsvorsteher agiert.
Das einstige Märchenschloss, das Karl Ludwig Baron von Hauff 1870/71 errichten ließ, bereitete in der Vergangenheit oft Sorgen. War es doch dem Verfall preis gegeben. Seit 1991 steht das historische Haus leer, wechselte mehrmals den Besitzer. Irgendwie war hier die Zeit stehen geblieben, was sich auch für die Entwicklung des Dorfes nicht gerade positiv auswirkte.
„Nach der Wende hat die Gemeinde das Schloss verkauft. Ordentlich Geld sollte damit gemacht werden. Gebotene 100 000 DM erschienen der Kommune damals ein viel zu geringer Erlös zu sein”, kommt Robert Ernst auf frühere Zeiten zu sprechen. Letztlich gingen Schloss und der sechs Hektar große Park für 60 000 DM an den neuen Eigentümer. Dabei handelte es sich um eine Steuerberatungsgesellschaft aus Berlin, die das sanierungsbedürftige Anwesen dann für 60 000 Euro an den Immobilienhändler und Wohnungsverwalter Heinz Müller aus der Hauptstadt weiter veräußerte.
Sowohl Robert Ernst als auch Penzlins Bürgermeister Sven Flechner fanden zu dem neuen Schlossherren kaum Kontakt. Lediglich 2007 ließ er einige Fassadenarbeiten ausführen und das Dach abdichten. Mit dem dann folgenden Eintrag im Internet wussten die Malliner, dass ihr Schloss mal wieder zum Verkauf steht. Für 298 000 Euro war es zu haben.
So wurden schließlich Volker Röwe und Günter Stieldorf aus Aachen auf das Objekt aufmerksam. „Wir haben in der Nähe von Demmin schon mal so ein historisches Haus aus dem Dornröschenschlaf erweckt. Nun wollen wir uns an das Malliner Schloss heranwagen”, sagte Volker Röwer am Telefon, der als Unternehmer im handwerklichen Bereich tätig ist und sich mit Immobilien und Sanierungen auskennt. Sein Geschäftspartner ist Anwalt, sichert bei gemeinsamen Vorhaben die rechtliche Seite ab. Obwohl Volker Röwe ehemals aus Malchin stammt, hatte er vorher noch nie vom Malliner Schloss erfahren. „Um die Bausubstanz ist es wahrlich sehr schlecht bestellt. Fast alle Decken im Haus sind kaputt. Da wartet ein großer Berg Arbeit auf uns. In einigen Wochen treffen wir uns mit den Denkmalpflegern vor Ort, um Details zu besprechen”, sagte der Aachener, der sich überzeugt zeigt, die große Aufgabe meistern zu können.
Die grundlegenden Planungen für Sanierung und Ausbau des Schlosses seien bereits erstellt. So wollen die neuen Schlossbesitzer das Haus für Mieter herrichten, denken da an 13 bis 15 Wohnungen. Diese sollen barrierefrei gestaltet werden, auch einen Aufzug wird es im neuen Schloss von Mallin geben.
„Sicherlich wird den Neuen auch ein wenig Skepsis von seiten der Dorfbewohner entgegen schlagen. Wurden die Malliner doch schon viel zu oft enttäuscht mit Versprechungen. Insofern werden die Arbeiten am Schloss kritisch begleitet. Aber wie gesagt, ich sehe jetzt echt einen Lichtblick”, zeigt sich Ortsvorsteher Robert Ernst optimistisch.
Kontakt zur Autorin
m.jacobs@nordkurier.de

05.04.2017 
Quelle: Nordkurier 

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