Hilfsnavigation

Blick auf Penzlin vom Mühlenberg Spiegelung
Logo natürlich Mecklenburgische Seenplatte
06.04.2018

Mit Begeisterung geht’s hinab in den Hexenkeller

Auftakt gelungen heißt es in der Alten Burg von Penzlin, die sich seit Ostern von den Winteröffnungszeiten verabschiedete. Nun können Besucher wieder täglich das Zertifikat der Magie erlangen. Mit neuen Projekten soll die Zusammenarbeit mit Schulen weiter ausgebaut werden. Und die kommen sogar aus Berlin, um Dramolett und Verliese zu erleben.

Penzlin. Nicht jedes Rätsel lässt sich auf Anhieb lösen. Zwar vorwiegend für die kleinen Besucher der Burg Penzlin gedacht, finden auch die Erwachsenen viel Spaß am Knobeln. Dazu laden der computergesteuerte Hexenkessel ebenso ein wie die Bilder auf der drehbaren Walze. Mitunter fällt die Lösung erst beim Abschied ein, wofür es von den Museumsmitarbeiterinnen dann anerkennende Worte gibt. Wer besonders pfiffig ist, erhält sogar ein Zertifikat der Magie. Das gibt es nur in Penzlin!
Nachdem das Museum von Oktober bis Ende März nur an den Wochenenden geöffnet hatte, steht die Burgtür jetzt wieder täglich von 10 bis 17 Uhr offen. „Und der Einstieg in die neue Saison war vielversprechend”, freut sich Julia Zietlow, die im vergangenen Jahr im historischen Gemäuer den Part der museumspädagogischen Arbeit übernommen hat. Über Ostern und während der anschließenden Ferientage steuerten besonders viele Familien die Ritterburg an. Die komplett neu gestaltete Ausstellung im Obergeschoss kommt gut an, auch die Audioguides wurden schon ausprobiert.
Mehr Angebote gibt es jetzt für Kinder und Jugendliche. „Für Kitas und Grundschulen haben wir drei Projekte vorbereitet. Dabei geht es um die Fledermäuse, um Märchenhexen und um das Kochen im Mittelalter”, kommt Julia Zietlow auf Veranstaltungen zu sprechen, mit denen es in der Vergangenheit schon gute Erfahrungen gab. Aber auch Unterrichtsthemen aus den Bereichen Geschichte, Sozialkunde, Religion, Deutsch und Kunst können von Klassen der Orientierungs- bis Oberstufe im Kulturgeschichtlichen Museum für Alltagsmagie und Hexenverfolgung in Mecklenburg vertieft werden.
So gibt es Projekte, die dem Aberglauben auf die Spur gehen. Am Schicksal der Benigna Schultzen (1699-1711), der in Penzlin der Prozess gemacht wurde, wird der Werdegang von Hexenverfolgungen während des Mittelalters aufgezeigt. Aber auch für Luther als Reformator sowie für den Künstler Ernst Barlach finden sich Bezüge zum Hexenmuseum. Selbst Goethe bleibt mit „Zauberlehrling” und „Faust” nicht außen vor.
„Uns ist es wichtig, bei einer kleinen Einführung beispielsweise im Rittersaal auf die Thematik unseres Museums hinzuweisen. Dabei kommt auch das Dramolett mit Donner, Menschengeschrei und knisternden Flammen eines Scheiterhaufens zum Einsatz. Mit diesem kleinen Hörspiel wecken wir bei jedem Interesse”, hat Museumsmitarbeiterin Wiebke Hanke erfahren. Und dürfen die Schüler dann noch die Kellertreppe zu Folterkeller und Hexenverliesen hinabsteigen, ist die Begeisterung perfekt.
Ein Blick in den Terminkalender verrät, dass es fürs Jahr schon viele Anmeldungen für diese Projekttage gibt. Dafür reisen Schulklassen aus Stralsund, Neubrandenburg, Friedland und Berlin an. Einen guten Kontakt gibt es zur Jugendherberge in Burg Stargard. Aber auch die Penzliner Schule nutzt die vielseitigen Angebote vor ihrer Tür. Julia Zietlow hofft, dass sich aus der Zusammenarbeit mit den Schulen weitere Anregungen für die Museumsarbeit ergeben werden. Denkbar wäre, dass sich Theatergruppen die Penzliner Burg als Kulisse wählen. In diesem Jahr wieder an die 20 000 Besucher auf die Penzliner Burg zu locken, ist eine Zielstellung für das Museumsteam. Mit der Walpurgisnacht am 30. April ist bereits eine große Gästeschar sicher.

06.04.2018 
Quelle: Nordkurier 

Kontakt

Stadt Penzlin
Der Bürgermeister
Warener Chaussee 55a
17217 Penzlin

Telefon+49 3962 2551-0
Fax+49 3962 2551-52
d.hoeck@penzlin.de