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01.03.2017

Im Wald stapeln sich Erfolge und ein paar Probleme

Holzverarbeiter in Templin nutzen Stämme aus dem Penzliner Forst für ihre Produktion, in der auch Parkett entsteh. Der Holz-einschlag im Kommunalwald ist für diese Saison geschafft. In Zukunft wird der weniger Geld bringen und auch gegen den Klimawandel wird was getan.

Penzlin. Einen besonderen Zuzug kann Dietmar Rüthnick für Penzlin vermelden. Ein Waldkauz habe sich eine Linde am Wall als neue Behausung gesucht. Es sei schon etwas ungewöhnlich, dass sich so ein Höhlenbrüter inmitten der Stadt niederlässt. „Ich werde ein wachsames Auge auf den Vogel haben, schließlich geht es hier um Artenschutz”, sagt der Mitarbeiter der Stadtverwaltung.
Als Forstfachmann ist er in diesen Tagen im Kommunalwald unterwegs. Schließlich gelte es zu gucken, ober die Stürme der vergangenen Tage Schäden angerichtet haben. „Meistens trifft es die Fichten, die zu den Flachwurzlern gehören. Der Boden ist aufgeweicht, sodass kräftige Böen leichtes Spiel haben mit diesen Nadelbäumen”, sagt Dietmar Rüthnick und hofft, dass herabstürzende Kronen und Äste nicht wieder die Zäune im Wald beschädigt haben, die gerade von einer Firma repariert wurden.
Gut vorangekommen sei man beim Holzeinschlag, der schon im November gestartet wurde. So gelang es auch, das Holz vor dem Schneefall an Abnehmer zu bringen. Begutachten diese die im Wald gelagerten Hölzer, können sie die weiße Pracht nicht gebrauchen. Denn der Schnee könnte Mängel verdecken. „Im Prinzip haben wir die reguläre Holzernte schon beendet. Insgesamt wurden an die 680 Festmeter Laub- und Nadelholz eingeschlagen”, zieht er ein erstes Resümee.
Mit den Stücken Schmort, Hufen und Flächen am Westufer des Großen Stadtsees kann die Kommune eine Waldfläche von über 312 Hektar ihr Eigen nennen, erstellt nach Forderung der Landesforst dafür auch jährlich einen Wirtschaftsplan. So sieht das Forstkonzept fürs Jahr einen Hiebsatz von 1900 Festmeter Holz vor.
„Im Interesse einer naturnahen Waldwirtschaft hat die Stadt sich entschlossen, den Holzeinschlag zu reduzieren. Damit kann sie am Markt flexibler reagieren und sich auf die ständig verändernden Preise einstellen”, sagt Dietmar Rüthnick. Über 84 000 Euro konnten 2016 mit der Holzernte — abzüglich der Kosten für erforderliche Forstarbeiten — erzielt werden, die als Einnahmen in die Stadtkasse fließen. In diesem Jahr werde die Summe geringer ausfallen.
Während die Holzernte im Großen so gut wie abgeschlossen ist, geht es im Kleinen noch weiter. Denn noch bis zum 15. April können die Selbstwerber sich an für sie ausgewiesenen Stellen im Kommunalwald mit Brennholz eindecken. 26 Bürger aus Penzlin und den Ortsteilen haben sich dafür im Amt eine Genehmigung geholt. Im Jahr zuvor waren es bedeutend mehr. „Besitzer von Privatwäldern kommen uns mit Dumpingpreisen in die Quere, was durchaus ärgerlich ist. Doch das gehört eben zur freien Marktwirtschaft”, spricht der Penzliner Forstmann ein Problem an. Ein großes Lob gibt es wieder für die Mitglieder des Blau-Kreuz-Vereins vom Schloss Zahren, die sich im Hufenholz in der Jungbestandspflege einbringen und der Stadt seit Jahren zuverlässige Helfer sind.
Eichen und Buchen, die 170 und mehr Jahre auf dem Buckel haben, gibt es einige im Penzliner Revier. Sorgen bereitet das Eschensterben, das durch einen Schlauchpilz ausgelöst wird. Schon viele Bäume mussten darum abgeholzt werden und wurden beispielsweise durch Roterlen ersetzt, so Rüthnick.
Angesichts der Folgen des Klimawandels ist man in Penzlin aber auch am Ausprobieren. So wurden im Bereich des Radweges Alter Bahndamm Wildapfel und -birne, Esskastanie, Elsbeere, Speierling und Schwarznuss als Solitärpflanzen in den Boden gebracht. „Sie sind was Besonderes und sollen Hingucker für Radler und Wanderer sein. Für uns Forstleute ist deren Wachstum und Reaktion auf Witterung und Umwelteinflüsse interessant”, meint Dietmar Rüthnick, der auch Grünanlagen samt Baumpflege in seiner Regie hat.
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01.03.2017 
Quelle: Nordkurier 

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