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17.05.2018

Ihre Liebe hält ein Leben lang

Krieg, Flucht, DDR, Wendezeit. Wally und Helmut Kießewetter blicken auf ein bewegtes Leben zurück. Egal was kam, die Liebe ist geblieben. 65 Jahre sind sie verheiratet. Sie kennen das Rezept für eine stabile Ehe.

Möllenhagen. Die ersten riefen schon um 7.30 Uhr an. In ihrem Haus in Möllenhagen stand das Telefon am Mittwoch kaum still. Denn viele Freunde und natürlich die Familie wollten Wally und Helmut Kießewetter am Hochzeitstag die besten Wünsche aussprechen. Nur wenigen Paaren ist es vergönnt, die Eiserne Hochzeit zu erleben. Am Wochenende wollen sie im großen Kreis mit der Familie feiern. Über zwei Töchter, vier Enkel und fünf Urenkel können sich die beiden freuen. Die leben verstreut in Deutschland und der Schweiz. An Feiertagen kommen sie aber regelmäßig zusammen.
Goldene Hochzeitpaare gab es in Möllenhagen im vergangenen Jahr einige, erzählt Bürgermeister Thomas Diener und weiß auch warum. Denn vor 51 Jahren wurden in Möllenhagen Wohnblöcke gebaut und mit der Heirat standen die Chancen auf eine Wohnung gut. Zum ersten Mal konnte Diener nun einem Paar gratulieren, das 65 Ehejahre miteinander verbracht hat. Nicht zum ersten Mal war er bei Wally und Helmut Kießewetter, denn beide feierten 2017 ihren 85. Geburtstag und auch da kam Diener bei ihnen vorbei. Vielleicht gab es auch da so eine leckere Torte wie an diesem Feiertag.
Als die Mauer gerade gefallen war, zogen sie in das Haus in Möllenhagen ein, wo sie heute noch wohnen. Wally Kießewetter hat stets die Finanzen im Blick. Bis zur Wende hat die gelernte Finanzkauffrau bei der staatlichen Versicherung gearbeitet. Dann ist sie in Rente gegangen. Helmut Kießewetter war bis 1985 bei der NVA und in den letzten Berufsjahren beim staatlichen Forstbetrieb in Waren. Wer sie besucht, sieht gleich die Geweihe an der Wand. Über 30 Jahre war Helmut Kießewetter in der Freizeit Jäger. Das Gewehr hat er längst an den Nagel gehängt. Dem Angeln ist er treu geblieben, ist sogar Ehrenmitglied im Möllenhagener Angelverein.
Gibt es ein Rezept für eine lange Ehe? „Auch wir hatten Höhen und Tiefen. Das ist normal“, sagt Wally Kießewetter. Aber ein paar Dinge würden schon helfen, damit die Ehe funktioniert. Zutat Nummer 1 ist Kommunikation. Wenn es Entscheidungen zu treffen gab, dann haben sich die Eheleute zusammengesetzt und sich ausgetauscht. „Dann hilft es, eine Nacht drüber zu schlafen“, sagt Wally Kießewetter.
„Es war Liebe auf den ersten Blick“
Zutat Nummer 2 ist gemeinsame Freizeit. Wenn Helmut Kießewetter früher zur Jagd gegangen ist oder zum Angeln, dann ist Wally sehr oft mitgegangen. „Wenn einer was macht, ist der andere dabei“, sagt Helmut Kießewetter. Sachen alleine machen oder allein in den Urlaub zu fahren, das gab es bei den beiden nicht. Dauerte das Angeln zu lange und zu Hause wartete noch Arbeit oder die Kinder, dann warf Wally ein paar Steine in das Wasser und vorbei war es mit dem Anglerglück. Zutat Nummer 3 ist Humor. Wer die beiden beobachtet, sieht sie viel miteinander lachen. „Meine ehemalige Verlobte“, so stellt Helmut seine Wally vor und schiebt ein schelmisches Grinsen hinterher. Auf einem Erntefest wollte Helmut Kießewetter 1952 als junger Offizier junge Leute für die NVA anwerben und lernte die Liebe seines Lebens kennen. „Es war Liebe auf den ersten Blick. Das ging schnell, wa?“, sagt Wally Kießewetter.
In fünf Jahren können die beiden Gnadenhochzeit feiern. Aber so weit wollen sie nicht nach vorne schauen. Auch wenn der Kopf noch voll mitspielt, stellen sich natürlich kleinere und auch ernstere Krankheiten ein. Wenn die Gesundheit es zulässt, dann soll es noch einmal auf eine Schiffsreise gehen. „Zu unserer Silberhochzeit sind wir mit einem Schiff auf der Wolga gefahren. Das war sehr schön“, sagt Helmut Kießewetter.

17.05.2018 
Quelle: Nordkurier 

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