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20.09.2018

Hier werden Demente nicht versteckt

Die Diakonie und die Kirchgemeinde Penzlin haben in der Woche der Demenz in ihren Themengarten eingeladen. Dort wurde vor Innenminister Lorenz Caffier betont, dass die soziale Gemeinschaft im Ort noch hoch im Kurs steht. Die Finanzierung des Kompetenzzentrums wäre ein wichtiger Schritt Richtung Zukunft.

Penzlin. Der Demenzgarten hinter den Wohnblöcken der Neuen Straße weckt Erinnerungen. Solche an ein früheres Tätigsein in der Landwirtschaft. Kräuter und Blumen gedeihen hier.
Ute Malchow ist eine ehemalige Mitarbeiterin der Diakonie-Sozialstation im Ort. Nun, nach Eintritt in den Ruhestand, betreut sie weiterhin Demente in der häuslichen Pflege. Sie weiß: Demenz ist kein Tabuthema mehr. Zumindest nicht in der Penzliner Gegend. „Die Angehörigen sprechen uns gezielt an, trauen sich, ihre Fragen zu stellen und sind durch Medien gut aufgeklärt“, begründet Malchow ihre Aussage.
Etwa, wenn ältere Menschen in den Wintermonaten mit Sommersandalen unterwegs sind. Zumeist sind es Menschen mit kognitiven (Demenz-)Beeinträchtigungen, die vor Ort betreut würden, erzählt Gudrun Böttcher. Sie ist die Pflegedienstleiterin der Sozialstation.
Mit Erklärungen führt sie die Gäste durch den Demenzgarten. „Demenzerkrankte wollen wir nicht verstecken“, blickt Böttcher in eine Runde von älteren Menschen (nicht alle von ihnen sind dement) mit ihren zum Teil daneben sitzenden Betreuern.
Zu den prominenten Gästen an diesem Tag gehört Mecklenburg-Vorpommerns Innenminister Lorenz Caffier (CDU). Er zeigt sich beeindruckt, „wie man hier aus wenig etwas macht und Angebote selbst schafft“.

Hilfe in Millionenhöhe vom Land erhofft
Das zeige, wie wichtig es der Kommune ist, dass Alt und Jung angemessen betreut werden. So etwa wurde vor Jahren der Garten gestaltet. Eine Mitarbeiterin der Diakonie war im früheren Berufsleben Gartenbauingenieurin, sagt Regina Schwarz-Menzdorf. Sie ist jetzt die Verwaltungsleiterin der Einrichtung. Rund 35 Mitarbeiter arbeiten dort und betreuen Menschen in und um Penzlin. Das ist aber nicht das Wesentliche, das im Gespräch mit dem Innenminister zur Sprache kommt
Vielmehr geht es um die geplante fünf Millionen Euro teure Sanierung inklusive An- und Umbaumaßnahmen des Mehrgenerationenhauses. Penzlins Bürgermeister Sven Flechner konkretisiert: Dabei handelt es sich um ein Kompetenzzentrum für ältere Menschen. Hineinkommen soll ein offener Treff – der sich sowohl an Jüngere als auch an Ältere richtet – eine Tagespflege als auch diverse Gesundheitsangebote. Ganz wichtig für Flechner: „Es entstehen 18 barrierefreie Wohnungen“, kündigt er Caffier an. „Wir können und wollen es uns nicht leisten, dass Ältere aus unserer Stadt notgedrungen wegziehen müssen, weil sie hier nichts finden“, fährt Flechner fort. Man hofft in Penzlin für das Unterfangen auf Hilfe.
Denn in der Finanzierung klafft bisher noch ein siebenstelliges Finanzloch. Eine Million Euro müsse kofinanziert werden. Caffier verweist auf einen Kofinanzierungsfonds des Landes für finanzschwache Kommunen. Flechner möchte auf dieses Pferd aufspringen. Mit dem Fonds können Maßnahmen mit einem Wert von bis zu einer Million Euro gefördert werden. Landes-, Bundes- oder Mittel der Europäischen Union: Darauf setzt der Bürgermeister nun.
Mit der Fragestellung, selbst einschätzen zu können, wie wichtig solch ein Kompetenzzentrum für den Ort ist, war der Innenminister angereist. Mit der Erkenntnis „Ja, es gibt hier einen dringenden Bedarf“, verlässt er das Kleinod wieder.
Kulturelle Angebote sind auch für Waltraud Mohnke aus Puchow wichtig. Sie nimmt einmal wöchentlich derartiges wahr. Das verschaffe der 77-Jährigen Teilhabe an Leben und Gemeinschaft. „Dafür bin ich sehr dankbar“, sagt sie.

20.09.2018 
Quelle: Nordkurier 

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