Hilfsnavigation

Blick auf Penzlin vom Mühlenberg Spiegelung
Logo natürlich Mecklenburgische Seenplatte
28.05.2018

Heiko Kärger siegt – Verlierer beklagen unfairen Wahlkampf

Heiko Kärger (CDU) konnte sich den Landrats-Posten auch für die nächsten sieben Jahre sichern. Das war für viele keine Überraschung. Dass die Wahlbeteiligung allerdings so gering ausfiel, war die eigentliche Überraschung des Wahl-Sonntages.

Der alte Landrat ist auch der neue: Heiko Kärger (CDU) konnte sich bei der Landratswahl durchsetzen und 51,3 Prozent aller abgegebenen Stimmen auf sich vereinen. Erschreckend niedrig jedoch war die Wahlbeteiligung: Die lag im Kreis bei rund 29 Prozent. Das bedeutet, dass nur rund 63 900 von insgesamt rund 222 700 Wahlberechtigen am Sonntag ihre Stimme abgegeben hatten.
Heiko Kärger zeigte sich mit seinem Ergebnis zufrieden: „Das hat ganz bestimmt auch etwas mit der positiven Entwicklung des Kreises in den vergangenen sieben Jahren zu tun, das haben die Leute honoriert. Ich habe als Landrat auch immer versucht, auf andere zu hören und meine eigene Meinung nicht als die einzig wahre zu verkaufen. Es ist immer um die Sache gegangen, als Landrat habe ich keine Parteipolitik gemacht.“
Volker Bieschke, Landratskandidat der Partei Die Linke, sieht in dem Wahlergebnis allerdings einen „Sieg des Geldes und einen Verlust für die Demokratie“. Seines Erachtens habe die CDU einen unfairen Wahlkampf geführt, in dem sie immer wieder gegen das Abstandsgebot verstoßen habe. Der CDU-Landratskandidat Heiko Kärger habe sich mit Bürgermeistern auf Wahlplakaten ablichten lassen, was nach Ansicht von Bieschke unlauter war. Zudem habe die CDU und ihr Kandidat den Strategiefonds des Landes benutzt, um im Vorfeld der Wahl „Wahlgeschenke“ an Kommunen zu verteilen. „Das hat der Landesrechnungshof bereits kritisiert“, machte Bieschke deutlich. Auch im Hinblick auf die geringe Beteiligung sieht Volker Bieschke einen Verlust für die Demokratie.
„Wir tanzen hier nicht auf den Tischen“, sagte Franc Heinrihar, Landratskandidat der SPD, der am Sonntagabend gemeinsam mit Genossen im Gutshof Woldzegarten online die Auszählung der Wahl verfolgte. Der SPD-Mann zeigte sich angesichts seines schlechten Abschneidens enttäuscht. Er habe sich mehr erhofft. Denn bei seiner Wahlkampftour auf dem Rad quer durch den Landkreis habe er nicht nur unzählige Orte besucht, sondern auch mit sehr vielen Menschen gesprochen. „Ich habe den Wunsch nach Veränderung gespürt, trotzdem hat es am Ende nicht gereicht“, so Heinrihar. Wahrgenommen habe er aber auch, dass die Menschen in den Städten und Dörfern sich nicht mit dem großen Landkreis identifizieren können. „Das Wir-Gefühl fehlt, die Bürger wollen die alten Strukturen zurück. Vielleicht ist das auch der Grund für die erschreckend niedrige Wahlbeteiligung“, meinte Heinrihar.
Auch wenn der SPD-Kandidat mit seinem Wahlergebnis noch hinter dem AfD-Mann Björn Eckardt landete, möchte Heinrihar dennoch in der Kommunalpolitik aktiv werden. „Ich würde gerne bei der Kreistagswahl im nächsten Jahr antreten und dem Landrat auf die Finger schauen“. Er kritisierte zudem den aus seiner Sicht ungleichen Wahlkampf: Als Landrat würde Heiko Kärger die geringe Finanzausstattung des Landkreises bedauern, als Kandidat aber sei es ihm gelungen, viel Geld im Wahlkampf einzusetzen, um auf Plakaten „an jedem Laternenpfahl präsent zu sein. Das Geld hatten wir nicht, da hatten wir keine Chance“, schätzte Heinrihar ein.
Auch AfD-Kandidat Björn Eckardt war nicht zufrieden mit seinem Wahlergebnis: Er hätte sich selbst sogar einen zweiten Platz ausgerechnet und hätte gern auch noch den Linken-Kandidat Volker Bieschke überrundet, erklärte Eckardt auf Nachfrage. Für den Wahlsieger Heiko Kärger (CDU) fand er harte Worte: „Ein Sieg für die CDU, eine Niederlage für die Menschen getreu nach dem Motto: Weiter so.“ Auch er möchte politisch aktiv bleiben und „Veränderungen für Deutschland herbeiführen“, so Eckardt.

28.05.2018 
Quelle: Nordkurier 

Kontakt

Stadt Penzlin
Der Bürgermeister
Warener Chaussee 55a
17217 Penzlin

Telefon+49 3962 2551-0
Fax+49 3962 2551-52
f.colberg@penzlin.de