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09.10.2018

Graffiti-Sprayer dürfen ganz legal eine Wand verzieren

In Klein Lukow konnten zehn Heranwachsende eine Außenwand mit bunten Farben verschönern. Bei dieser Eintagsfliege soll es aber nicht bleiben.

Klein Lukow. Illegal sprayen kann jeder. Die legale Variante aber nicht, denn die ist mit zahlreichen Vorabgesprächen und Finanzierungsmöglichkeiten verbunden. In Klein Lukow ließ sich kürzlich ganz entspannt Farbe an die Wand zaubern. So bekam mehr als eine halbe Außenmauer einer ehemaligen Gärtnerei gegenüber des Sportplatzes ein neues, freundliches Gesicht. Zehn Jugendliche trugen dazu bei. Im Rahmen der Mobilen Jugendsozialarbeit der Caritas (MoJu) und mit Unterstützung des Bundesprogrammes „Demokratie leben“ konnte das Projekt mit einem Kostenvolumen von rund 1000 Euro umgesetzt werden.
Für Frank Kettner, einen der beiden Streetworker, die in und um Penzlin Jugendangebote schaffen, war die Veranstaltung ein Erfolg. „Wir waren selbst überrascht, dass uns von der Stadtverwaltung dafür eine Wand zur Verfügung gestellt wurde“, erzählte Kettner fort. Verwaltungsmitarbeiter Mirko Meinhart hatte dies möglich gemacht.
An dem größten Motiv arbeitete Felix Arndt. Mit seinen 18 Jahren agierte der Neubrandenburger als Workshopleiter. Während er selbst vornehmlich damit beschäftigt war, in übergroßen Lettern an die Wand zu sprayen, mit wem die Graffiti-Aktion zustande gekommen war, leitete er die übrigen Kinder und Jugendlichen zum Teil mit an. Wer eine Spraydose in der Hand halte, werde schnell verurteilt und bekomme einen Kriminellenstempel aufgedrückt – das gehöre zu den Erfahrungen, die der junge Mann bereits sammelte. Etwa an einer berühmtberüchtigten Sprayerwand am RWN-Gelände in der Kreisstadt Neubrandenburg, die in der Szene nur als „The Hall“ bekannt ist. Zu den ältesten Teilnehmern zählte der 17-jährige Paul. Da es ein tatsächliches Unterangebot an realen Sprayerwänden gebe und er dieser Leidenschaft seit 2012 frönt, nutze er jede legale Möglichkeit, Schriftzüge und Bildmotive an die Wände zu bringen.
Die Penzliner Streetworker Frank Kettner und Elise Baumann wünschen sich, dass es bei der einmaligen Graffitiaktion nicht bleibt. Die Wand zumindest gibt noch einiges an Fläche her. Das Grau der Mauer muss für eine weitere Graffitiaktion aber natürlich zunächst mit weißer Fassadenfarbe gestrichen werden. Ob es bei einer Eintagsfliege bleibt – darüber muss die Stadt entscheiden. Ein endgültiger Beschluss sei darüber noch nicht getroffen worden, sagte Penzlins Bürgermeister Sven Flechner auf Nachfrage.

09.10.2018 
Quelle: Nordkurier 

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