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17.04.2018

Geschichte(n) zum Lesen in Penzlin

Mit dem Umzug ins Voß-Haus in diesem Jahr bekommt die Penzliner Stadtbibliothek ihren mittlerweile fünften Standort. Die erste Lesestube wurde übrigens schon 1945 eingerichtet.

Penzlin. Als ungenutztes Gebäude vermittelt das Gülthersche Haus am Beyerplatz in Penzlin einen traurigen Eindruck. Doch es gibt Pläne des neuen Eigentümers, hier eine Wohnstätte für Senioren zu schaffen.
Dass dieses historische Gemäuer einst die Bibliothek der Stadt beherbergte, das wissen wohl nur noch einige der älteren Bewohner. Stadtbibliothekarin Susan Lambrecht verweist auf die Memoiren des früheren Bürgermeisters Oskar Bahmann. „Gleich im Jahre 1945 wurde eine Bibliothek aufgebaut. Dazu wurden die in den verlassenen Gutshäusern vorgefundenen Bücher als Grundstock verwendet”, ist darin zu lesen. Die Leitung wurde einem jungen Mann mit Namen Krüger übertragen, der im Krieg einen Arm verloren hatte. Er war bis 1954 Ansprechpartner für die Buchausleihe.
Sich um die Geschichte der Penzliner Bibliothek zu kümmern, dafür gibt es für Susan Lambrecht gleich mehrere Gründe. „Schließlich steht in einigen Monaten der Umzug ins Voß-Haus bevor. Zudem gab es in den vergangenen Jahren viele Mitarbeiter, die sich der Bibliotheksarbeit mit Herzblut gewidmet haben”, begründet sie ihre Forschungen sozusagen in eigener Sache.
Als Verantwortliche für das Stadtarchiv kam ihr ein Pappordner aus DDR-Zeiten mit lose eingelegten Blättern aus dem Sachgebiet Kultur in die Hände, der Auftakt für die Recherchen bildete. „In den 50er und 60er Jahren zog die Bibliothek in ein Gebäude Am Wall neben dem Rathaus ein. Danach machten sich die Leser viele Jahre zum Haus am Bahnhofsplatz 1 auf den Weg. Ab 2000 erhielt die Lesestube dann hier in der Großen Straße 4 ihr neues Domizil”, weiß die Mitarbeiterin der Stadt.

Früher waren es noch mehr Bücher als heute
Frau Glashagen, die Ehefrau des Schulleiters, übernahm diesen Aufgabenbereich von Herrn Krüger. In den 70er Jahren bis 1986 konnten die Penzliner bei Anneliese Kasch in den Büchern blättern. Danach verwaltete Adelheid Butz das Reich der Medien und arbeitete dabei mit einem Bestand von 13 000 Büchern. 20 000 Entleihungen gehörten bei ihr zur Jahresbilanz. „Manche der Medien waren aber über Jahrzehnte nicht ausgeliehen worden, so dass eine Reduzierung notwendig war”, erinnert sich Susan Lambrecht, die im Oktober 2008 die Stelle der Bibliothekarin übernahm.
Auch die Touristinformation bekam Herberge in der Großen Straße 4, und mit dem Umzug der Stadtverwaltung vom Wall in die Warener Chaussee kam 2001 noch das Stadtarchiv hinzu. Die Stempel in älteren Exemplaren geben ebenfalls Einblick in diesen Teil der Stadtgeschichte. So findet sich der Vermerk „Volksbücherei Penzlin”. Als zentrale Einrichtung bestückte die städtische Einrichtung zu DDR-Zeiten auch die kleinen Gemeindebibliotheken wie in Groß Vielen, Mollenstorf, Marihn, Groß Flotow bis hin nach Alt Rehse. Später übernahm die kreisliche Einrichtung in Waren den zentralen Einkauf der Bücher. Auch der Müritz-Bibliotheksverein war Partner für die Penzliner.
Heute können die Leser bei Susan Lambrecht unter 8000 Büchern wählen. Moderne Computertechnik erleichtert die Arbeit und bildet die Grundlage für Onlineaktivitäten. Fördermittel des Landes ermöglichen zudem, den Medienbestand jährlich um sieben Prozent zu erneuern. „Zurückgegangen sind die Ausleihen bei Sachbüchern, da die Leser sich bei Fragen heute oftmals im Internet kundig machen. Dafür ist aber das Interesse an Hörbüchern gestiegen”, nennt die Fachfrau aktuelle Entwicklungen.
Zum Einzug im Voß-Haus am Markt eine kleine Ausstellung zur Geschichte der Stadtbibliothek anzubieten, schwebt ihr derzeit als Ergebnis ihrer Recherchen vor.

17.04.2018 
Quelle: Nordkurier 

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