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04.01.2018

Fleißig gelernt fürs Miteinander

Für seinen kleinen Heimatort setzte sich Hartmut Jeske in seiner Freizeit auf die Schulbank und qualifizierte sich zum Dorfmoderator. Um die Geschichte von Hoppenbarg aufzuarbeiten, hofft er auf Mitstreiter. So könnte in Teamarbeit etwas für das kleine Dorf geschafft werden.

Hoppenbarg. Hartmut Jeske ist mit Leib und Seele Hoppenbarger. Schießlich wurde er 1960 in diesem Dorf zwischen Möllenhagen und Lehsten geboren. Nach der Wende sanierte er das Haus der Großeltern, das heute wieder ein Zuhause für mehrere Generationen ist. Mit der Geburt des zweiten Enkelkindes vor einigen Monaten zog ein weiteres Familienmitglied auf dem Anwesen ein. „Im Ort gibt es jetzt 46 Einwohner vom Baby bis zum Senior”, weiß der 57-Jährige zu berichten.
Nach der Wende wohnten hier sehr viel weniger Leute, so dass das kleine Dorf wenig Perspektive hatte. Das habe sich mit dem Zuzug von jungen Familien zum Glück verändert. Hoppenbarg wurde nach der Wende Ortsteil von Möllenhagen, gehört heute zum Amtsbereich Penzliner Land. Damit das Leben gerade auch in den kleinen Orten attraktiv bleibt, nahm Hartmut Jeske im Vorjahr an einer Fortbildung zum Dorfmoderator teil. Sein Zertifikat trägt die Unterschrift von Gerd Teschke, Rektor der Hochschule Neubrandenburg, und von Landrat Heiko Kärger.
„Während der Workshops gab es viele Anregungen, wie die Entwicklung kleinerer Dörfer generationsübergreifend unterstützt werden könnte. Ob Rufbus, ein kleiner Dorfladen oder das Intensivieren der Nachbarschaftshilfe — Möglichkeiten gibt es wohl viele”, hat der Hoppenbarger erfahren. Besonders die Vor-Ort-Termine wie in Hohenzieritz, Grischow oder Jürgenstorf zeigten die veränderten Dorfstrukturen auf, die besonders ältere Bürger vor Probleme stellen. Gleichzeitig erfuhren die Teilnehmer der Fortbildung von Projekten, die das Miteinander im Dorf aktivieren können. „Informationen gab es auch zu den Fördertöpfen, die speziell für die Gestaltung ländlicher Räume angelegt wurden. Doch mitunter braucht es nicht immer viel Geld, um das Leben auf dem Dorf lebenswert zu machen”, gibt Hartmut Jeske zu verstehen, der als Planer und Bauüberwacher bei einem Telekommunikationsunternehmen tätig ist. Gebraucht würden engagierte Leute, die sich untereinander austauschen, miteinander vernetzt sind und Ideen haben. Seit 2005 als Gemeindevertreter in Möllenhagen aktiv, gehört er zu denen, die sich einbringen.
Kontakt zu Nachfahren der einstigen Gutsbesitzer
„Während der Fortbildung zum Dorfmoderator festigte sich bei mir die Idee, die Geschichte von Hoppenbarg tiefer zu ergründen. Und dafür brauche ich Mitstreiter. Denn Zeitzeugen gibt es immer weniger”, sagt der Dorfmoderator und holt eine alte Landkarte hervor. Darauf wird sein Heimatort noch als Adlig Lehsten ausgewiesen. „Es war mal ein Gutsdorf. Vom Herrenhaus sind nur noch einige Mauern geblieben, da es zum Kriegsende niedergebrannt wurde. Ich habe sogar schon Kontakt zu einem Nachfahren der Gutsbesitzerfamilie aufgenommen”, erzählt Hartmut Jeske von ersten Recherchen.
Dass der Park des einstigen Gutes von der BVVG als Wald veräußert wird, das störe ihn schon sehr. Zur Geschichte des kleinen Ortes gehört auch ein Eiskeller, dessen Standort vielleicht freigelegt werden könnte. Und es gebe wohl auch noch einen alten Friedhof, der einst von der Familie Blücher angelegt wurde. „Mich neben meiner Arbeit intensiv um geschichtliche Daten zu kümmern, das fällt mitunter schwer. Darum wäre es schön, Gleichgesinnte zu finden”, hofft der Hoppenbarger und will demnächst auch mal bei Penzlins Stadtarchivarin Susan Lambrecht vorbeischauen, die eventuell noch alte Flurkarten in ihrem Bestand hat.
Und ob ABM-Kräfte vielleicht auch eine Chronik über Lehsten und die umliegenden Orte wie Bauernberg und Hoppenbarg angefertigt haben, das sollte wohl auch noch zu ergründen sein.
Kontakt zur Autorin
m.jacobs@nordkurier.de

04.01.2018 
Quelle: Nordkurier 

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