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28.06.2018

Druck der Gärtner sorgt für Rückzieher

Neue Grundstücke schaffen, oder alte Gärten erhalten? Für einen Weg sollten sich die Penzliner Stadtvertreter eigentlich entscheiden. Viele Einwohner kamen zur Sitzung. Das zeigte Wirkung.

Penzlin. Kein Stuhl blieb leer. Lange bevor sich die Penzliner Stadtvertreter blicken ließen, nahmen die ersten Anwohner schon Platz. Und es wurden immer mehr. Am Ende doppelt so viele Bürger wie Politiker. Sogar Lotti Köckert war gekommen. Schließlich könnte sie nach mehr als 80 Jahren ihren Garten an der Kälberkoppel verlieren. Die Gartenfreunde machten mobil und das zeigte Wirkung.
Mit angespannten Gesichtern nahmen die Stadtvertreter um Punkt 19 Uhr Platz, keine Minute früher als nötig. Eigentlich wollte Sebastian Höhr, Vorsitzender des Vereins der Gartenfreunde Punschendörp 1957, gleich vor der Stadtvertretersitzung dem Stadtpräsidenten Michael Baaß (SPD/Die Linke)die 416 Unterschriften überreichen, die der Verein in nur sieben Tagen gesammelt hatte.
Höhr war schon eine halbe Stunde vorher da und hatte auf Michael Baaß gewartet. An der Tür des Sitzungssaals wollte er ihn abfangen. Aber der Stadtpräsident ließ sich auf kein Gespräch ein. Dafür machte Stadtvertreterin Dagmar Kaselitz, Fraktionsvorsitzende SPD/Die Linke, nach Absprache mit ihrer Fraktion gleich den Vorschlag, den Bebauungsplan „Wohngebiet an der Kälberkoppel“ von der Tagesordnung zu nehmen und stattdessen gemeinsam mit den Bürgern das Gespräch zu suchen. „Nicht jeder Bürger ist auf dem Kenntnisstand, den wir als Stadtvertreter haben. Es gab bis hierher gute Gründe für den Bebauungsplan“, sagte Dagmar Kaselitz. Die anderen Fraktionen stimmten aber dagegen. So mussten die vielen Anwohner fast zwei Stunden im stickig warmen Sitzungssaal ausharren und sich die anderen Tagesordnungspunkte anhören, bis die Kälberkoppel dran kam.
Und als es dann soweit war, zog Bürgermeister Sven Flechner (Bürgerbündnis WPL) ohne Kommentar und ohne Begründung seinen Antrag plötzlich zurück und das Thema war für diesen Abend vom Tisch. „Ich nehme an, dass der Antrag zurückgezogen wurde, weil es keine Mehrheit gegeben hätte“, meldete sich Norbert Schumacher, Vorsitzender der Fraktion Lebenswertes Penzlin, zu Wort. Neue Bürger nach Penzlin zu holen, dürfe nicht zu Lasten derer geschehen, die schon da sind, sagte Schumacher und verwies darauf, dass die Gärten schon lange durch die Mitglieder des Vereins bewirtschaftet werden.
Auch die CDU-Fraktion, die sich im Vorfeld der Sitzung bei einem Vorort-Termin mit den Gartenbesitzern getroffen und ausgetauscht hatte, meldete Bedenken an. „Wir unterstützen den Bürgermeister bei der Suche nach Grundstücken. Aber die Art und Weise war nicht in Ordnung. Wir müssen als Stadt mehr das Gespräch mit den Bürgern suchen“, sagte die CDU-Fraktionsvorsitzende Jutta Jenewsky.
Dazu soll es jetzt in einem anderen Rahmen kommen. „Das Gesprächsangebot steht“, sagte auch Michael Baaß. Die Penzliner Gartenfreunde haben zumindest Zeit gewonnen.

28.06.2018 
Quelle: Nordkurier 

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