Hilfsnavigation

Blick auf Penzlin vom Mühlenberg Spiegelung
Logo natürlich Mecklenburgische Seenplatte
23.02.2017

Donner hallt durchs alte Gemäuer

Noch herrscht Winterruhe im Burgmuseum. Nur am Wochenende sind die Türen für Besucher geöffnet. Im Haus selbst gibt es aber viel Bewegung. Denn eine moderne Ausstellung wird aufgebaut, die zum Saisonbeginn viel Neues zu Magie und Hexenverfolgung zu bieten hat.

Penzlin. Bitte Platz nehmen im Rittersaal! Ausgelassenes Vogelgezwitscher ist zu hören. Wind kommt auf, es beginnt zu regnen. Ein Donnerschlag geht durch Mark und Bein, heftiger Sturm setzt ein. Gewitter sind Vorboten von Schadenszauber, die ganze Ernten vernichten können. Und schon sind Stimmen zu hören, dass daran eine Frau Schuld habe. Die Hexe müsse verbrannt werden. Schreie und das Knistern von Flammen auf dem Scheiterhaufen folgen.
Diese Szenerie ist neuerdings im Burgmuseum zu erleben. Denn im Rittersaal wurde ein Dramolett installiert. Es ist vergleichbar mit einem kurzen Theaterstück. „Wir leiten mit diesem Hörspiel über fünf Minuten jetzt unsere Führungen ein. So wird der Besucher zielgerichtet auf das Thema ,Magie und Hexenverfolgung in Mecklenburg’ gelenkt. Detailliertes erschließt sich dann in der Ausstellung mit Besichtigung von Folterkeller und Hexenverliesen”, erklärt Museumsmitarbeiterin Irmtraud Kittner. Das Dramolett wurde speziell für Penzlin in einem Berliner Tonstudio erstellt, soll aber nochmals ein wenig überarbeitet werden. Generell zieht neue Technik in die Ausstellungsräume der Alten Burg ein. Möglich wird das durch Leader-Fördermittel, die die Stadt für die Umgestaltung der Dauerausstellung in der alten Rittenburg einwerben konnte.
So werden auch Audioguides angeschafft. Mit diesen Tonaufnahmen können sich Besucher die Exponate ganz individuell erschließen. „Neu gestaltet wurden Texttafeln. Noch in dieser Woche geht der Aufbau der modernisierten Schau weiter”, sagt Irmtraud Kittner und verweist auf die langjährige Zusammenarbeit mit Jobst-Peter Brach aus Waren, der zusammen mit Museumsleiterin Andrea Rudolph das neue Konzept entwickelte. Die Wintermonate wurden genutzt, um alle Räume im Obergeschoss leer zu räumen. Etliche Glasvitrinen wurden auf den Boden des denkmalgeschützten Gemäuers gehievt. So war eine Grundreinigung der Holzdielen möglich, farblich renoviert wurden Kassenraum, Flurbereich und Toiletten. Wird der Haushalt der Stadt durch die Kommunalaufsicht bestätigt, dann können die geplanten 6000 Euro für die Anschaffung einer neuen Küchenzeile investiert werden. Sie kommt vor allem den Mitarbeitern des Museums zugute, wird aber auch bei Kochprojekten mit Kindern genutzt.
Um die Erneuerung der Glasmalerei auf den Flurfenstern im Obergeschoss kümmerte sich Werner Kothe von der Glaswerkstatt Annenwalde. Waren die Farben doch im Laufe der Jahre ziemlich verblasst. Für Kratzer in den Motiven, die Sagen aus der Region aufzeigen, sorgten wohl sogar Besucher selbst. Mitgebracht nach Penzlin hat der Glaskünstler aber auch eine Hexe aus zerbrechlichem Material, mit der in der Dauerausstellung der Weg zum Scheiterhaufen demonstriert werden soll. Insofern wird es viel Neues geben zur aktuellen Museumssaison. Gelten momentan noch die Winteröffnungszeiten, die nur am Wochenende den Einlass ermöglichen, öffnen sich die Türen ab 1. April wieder täglich von 10 bis 17 Uhr.
„Über den Besucherzulauf während der Winterferien haben wir uns sehr gefreut. Die 23 Mitglieder des Anklamer Knabenchores gaben uns nach der Museumsführung sogar ein Ständchen im Rittersaal”, macht Irmtraud Kittner deutlich. Gegenwärtig liegen Gruppenanmeldungen vor, auch Schulklassen zeigen vermehrt Interesse an der Alten Burg Penzlin. Im vergangenen Jahr kamen ca. 20 000 Besucher ins denkmalgeschützte Gemäuer.
Kontakt zur Autorin
m.jacobs@nordkurier.de

23.02.2017 
Quelle: Nordkurier 

Kontakt

Stadt Penzlin
Der Bürgermeister
Warener Chaussee 55a
17217 Penzlin

Telefon +49 3962 2551-0
Fax +49 3962 2551-52
f.colberg@penzlin.de