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11.07.2018

Der Sprung ins kalte Wasser ist wichtig

Die Zahl der Penzliner Kinder, die nicht schwimmen können, ist hoch. Ein Ferienkurs soll helfen. Wie in den Jahren zuvor wird es in Zukunft aber nicht mehr ablaufen, kündigt der Organisator an.

Penzlin. „Umziehen und ab ins Wasser”, ruft Bernd Neuendorf. Gesagt, getan. Knapp 20 Kinder zwischen vier und elf Jahren rennen Richtung Wasser. Während sich das Wetter ausgerechnet an diesem Tag am Großen Stadtsee in Penzlin an der Badestelle in Werder nicht von seiner besten Seite zeigt, war es am Wochenende zuvor umso schöner.
Doch die grauen Wolken halten die Kinder nicht auf. Schwimmen ist angesagt – beziehungsweise Schwimmenlernen. Neuendorf und drei weitere Übungsleiter des VfB 93 Penzlin wollen den Kindern das Schwimmen beibringen oder älteren Kindern helfen, sich auf das Schwimmabzeichen vorzubereiten.
„Ich hoffe, dass einer meiner Jungs heute sein erstes Abzeichen schafft. Aber wenn es nicht klappt, versuchen wir es beim nächsten Mal noch mal”, sagt Tina Plischka. Sie ist Mutter von zwei Jungen. Plischka gefällt, wie die Lehrer mit den Kindern umgehen. Sie erklären auf verständliche Art und Weise, wie sie sich im Wasser zu verhalten haben, sagt die Mutter. Und auch die Badestelle findet sie zum Schwimmenlernen geeignet – können die Kinder auf den ersten Metern noch im Wasser stehen, sei es an anderen Stellen schneller tiefer.
Bevor es aber ins Wasser geht, stehen noch Trockenübungen auf dem Programm. Zum Aufwärmen machen die Kleinen den Hampelmann am Badestrand. Eine perfekte Übung als Vorbereitung – werden dabei doch die für das Schwimmen wichtigsten Körperbereiche erwärmt: die Arme, Schultern und Beine. Und die Kinder haben auch noch Spaß dabei. Noch drei mal schnell ins Wasser gerannt und endlich geht es los. Mit Schwimmnudel und Schwimmbrett bewaffnet stürzen sich die Kleinen unter den wachsamen Augen der Betreuer ins Wasser.
Das Engagement von Neuendorf & Co. ist wichtig. Immerhin konnten im vergangenen Jahr ein Drittel der 155 Grundschüler der Penzliner „Johann Heinrich Voß” Schule nicht schwimmen, auch einige Schüler der höheren Klassen nicht, sagt Neuendorf, der auch Schulleiter ist.
Laut einer Forsa-Umfrage für die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft sei sogar jeder zweite Grundschüler kein sicherer Schwimmer. Selbst wer das „Seepferdchen” — eine Vorstufe des Schwimmabzeichens — in der Tasche habe, habe „nur“ nachgewiesen, dass er sich zumindest 25 Meter über Wasser halten kann.
Die Landesregierung habe sich auf die Agenda geschrieben, dass Kinder in Mecklenburg-Vorpommern, dem Bundesland der zahlreichen Seen, in der dritten Klasse zwingend Schwimmen können müssen – oder es eben spätestens dann im Schulunterricht lernen, sagt Neuendorf. Sein Ziel sei es, während des Kurses jedem Kind zum „Seepferdchen” zu verhelfen.
Mehr als 30 Kinder wurden vorab von ihren Eltern angemeldet, doch sind wie schon im Vorjahr längst nicht alle erschienen – unverständlich für Neuendorf. Er zieht Konsequenzen: „Nächstes Jahr werden wir uns nicht mehr groß ankündigen und vorab Anmeldungen annehmen. Es wird irgendwo ein Zettel aushängen und dann ist gut.” Der Aufwand, den er und seine Kollegen betreiben, sei zu groß. Sie würden mehr Leute einplanen, die dann doch nicht gebraucht werden – und ihre Freizeit hätten anders gestalten können, kritisiert Neuendorf.
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m.schindel@nordkurier.de

11.07.2018 
Quelle: Nordkurier 

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