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13.06.2018

Der Müritztroll geht den Weg des Schreckens

Möllenhagener Schüler haben mit viel Fleiß und Liebe ein Jahr lang am Müritz-Stadtspiel gebaut. Mit Hexen, Müritztrollen und Räubern geht es durch das mittelalterliche Waren. Nur wer sich auskennt mit der Stadtgeschichte, erreicht das Ziel.

Möllenhagen. Der Räuber hat Glück. Er darf auf dem gelben Sonnenweg durch Waren schlendern. Die dicke Tilla geht den blauen Weg der Hoffnung und der Müritztroll muss den schwarzen Weg des Schreckens auf sich nehmen. Das haben die Würfel so entschieden. Auch der Chinese, die Hexe und der Zauberer sind im Spiel. Auf ihrem Weg zum Neuen Tor müssen sie auf den roten Feldern Fragen zur Stadtgeschichte beantworten. Wer keine Ahnung hat, wird drei Felder zurückgeschickt.
Beim Müritz-Stadtspiel geht es ganz schön hart zur Sache. Kein Wunder, denn das Brettspiel, das Schüler der Regionalen Schule „Heinrich Schliemann“ in Möllenhagen gebaut haben, entführt einen ins Waren kurz nach dem Dreißigjährigen Krieg. Statt Einkaufsstraßen und Müritz Sail gab es Hexenprozesse und einen Schandpfahl.
„Wir haben uns durch das Mittelalter gequält“, sagt Hans-Joachim Behne mit einem Lächeln. Obwohl der ehemalige Techniklehrer schon 70 Jahre alt ist, kann er es nicht lassen, an seine alte Schule zu kommen. Und die Schüler danken es ihm. „Handwerklich wird im Unterricht ja leider nicht mehr viel gemacht“, sagt Behne. Bei seinem Nachmittagsangebot im Werkraum ist das anders. Da kommen Schleifmaschine, Stichsäge und Akkuschrauber zum Einsatz.
Ein Jahr lang haben die Schüler an dem Stadtspiel gewerkelt. „Wir haben 163 Häuser gebaut“, sagt Lukas Dreyer stolz. Darunter sind das Warener Rathaus, die Marienkirche, die Georgenkirche, die alte Schule und viele andere historische Gebäude – umrandet von der Stadtmauer. Alles liebevoll bemalt und mit Dübeln und Leim festgemacht. Vom Stadtgeschichtlichen Museum Waren gab es fachliche Unterstützung. „Herr Kniesz hat uns bei vielen Fragen geholfen“, sagt Hans-Joachim Behne und zeigt die Kopie eines Stadtplans von 1699. An der haben sich die Schüler orientiert und mit ihrem Spielbrett ein kleines Stadtmodell von Waren gebaut.
Acht Figuren können gleichzeitig bewegt werden. Wie bei „Mensch ärger dich nicht“ können sie sich gegenseitig rausschubsen. Viel Recherche war notwendig für die 60 Fragekarten, bei denen es um verschiedenste Geschichtsfakten geht. Etwa: „Wie lang besuchten die Kinder damals die Schule?“, liest Karl Wilzki vor.
Auch wenn elektronische Spiele die Kinderzimmer beherrschen, haben Karten- und Brettspiele ihren Reiz nicht verloren. Viele der 14 Schüler, die an zwei Tagen in der Woche mit Hans-Joachim Behne Spiele bauen, setzen sich zu Hause mit Familie oder Freunden zusammen und legen die Karten auf den Tisch oder holen Gesellschaftsspiele raus, wie sie erzählen. Neben dem Stadtspiel gibt es auch das Projekt „Jung und alt im Spielewald“, wo die Schüler Lege- und Steckspiele, Memory, Würfel und Puzzle für Senioren bauen und auch Pflegeeinrichtungen besuchen, um mit den Rentnern zu spielen.
Kontakt zum Autor
i.nehls@nordkurier.de

13.06.2018 
Quelle: Nordkurier 

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