Hilfsnavigation

Blick auf Penzlin vom Mühlenberg Spiegelung
Logo natürlich Mecklenburgische Seenplatte
15.03.2017

Bei Schliemann hat bald eine Frau das Sagen

Nun steht fest, wer die Führung des Schliemann-Museums übernehmen wird, wenn der bisherige Leiter, Dr. Reinhard Witte, in den Ruhestand geht. Doch zuvor gab es Kritik von der Schliemann-Gesellschaft.

Ankershagen/Neubrandenburg. Die bislang vakante Nachfolge von Dr. Reinhard Witte, Leiter des Heinrich-Schliemann-Museums Ankershagen, ist geklärt. Die Wirtschaftsfördergesellschaft des Landkreises hat jetzt die Diplom-Museologin Undine Haase vorgestellt, die die Leitung des renommierten Museums ab 1. September übernehmen soll.
Zum 31. August tritt Reinhard Witte in den Ruhestand – der Mann, der mit seinem Wirken für das Museum ein beachtliches, auch internationales Renommee eingefahren hat. Die Aufnahme in das „Blaubuch Museen“ der Bundesregierung ist ein Beleg dafür, Wittes zahlreichen wissenschaftlichen Publikationen zum Thema Heinrich Schliemann und dessen Troja-Forschung ein anderer.
Die Wirtschaftsförderungsgesellschaft unter der Leitung von Sabine Lauffer ist überzeugt davon, dass Undine Haase die Richtige ist, das Museum auf dem gleichen hohen Niveau zu halten. Sie sei, so Lauffer, langjährige Mitarbeiterin des Schliemann-Museums, arbeite mit Reinhard Witte Hand in Hand, kenne das Haus, die Kollegen, die Gäste und auch die Mitarbeiter der anderen beiden Museen, dem Agroneum Alt Schwerin und dem Drei-Königinnen-Palais Mirow, die alle in der Museen GmbH des Landkreises zusammengefasst sind und die unter dem Titel „Zeitreise“ gemeinsam vermarktet werden. „Frau Haase hat uns ein Konzept vorgelegt, das uns überzeugt hat“, so Sabine Lauffer gegenüber dem Nordkurier.
Die Heinrich-Schliemann-Gesellschaft (HGS) mit dem Vorstand Rainer Hilse macht indes deutlich, was sie von der neuen Museumsleiterin erwartet: „Forschen, sammeln, bewahren und ausstellen.“ Die Gesellschaft, deren Mitglieder das Museum ehrenamtlich unterstützen, hatte sich im Vorfeld der Neubesetzung der Leiterstelle für eine öffentliche und bundesweite Ausschreibung stark gemacht. „Um aus dem Bewerberkreis die Persönlichkeit mit der bestmöglichen Eignung mit der Leitung des Heinrich-Schliemann-Museums zu beauftragen“, erklärt Hilse. Doch der Kreistag lehnte eine Ausschreibung der Stelle ab. Und auch ein Schreiben von Museumsleiter Reinhard Witte an die Kreistagsfraktionen von SPD und CDU, ihre Entscheidung nochmals zu überdenken, hatte keinen Erfolg. Die Folge: der Aufsichtsrat der Wirtschaftsförderung Mecklenburgische Seenplatte sowie die Gesellschafterversammlung haben darüber entschieden, wer nun die Witte-Nachfolge antritt.
Die Heinrich-Schliemann-Gesellschaft, die nach eigenen Angaben das Museum bei der Betreuung der Museumsbibliothek und beim Aufbau des Autographenarchivs und in den vergangenen 25 Jahren mit einer Spendensumme von rund 290 000 Euro unterstützt hat, sieht sich außerstande, die bis dato geleistete wissenschaftliche Tätigkeit im Museum abzusichern – so wie das an die Gesellschaft herangetragen worden sei, sagt Hilse. „Die Mitglieder sind ehrenamtlich tätig und können die bestehenden Kontakte zu Fachwissenschaftlern, die gesamte Vortragstätigkeit, die Publikationstätigkeit und Öffentlichkeitsarbeit nicht in dem Umfang wahrnehmen, wie es bisher durch den Museumsleiter möglich war“, sagte Hilse dem Nordkurier klipp und klar.
Hilse: „Wir sind weiterhin der Ansicht, dass eine Zusammenarbeit eines wissenschaftlichen Leiters und einer gut ausgebildeten Museologin die bessere Option gewesen wäre, das Museum weiterhin zukunftsfähig zu machen.“

Kontakt zur Autorin
p.konermann@nordkurier.de

15.03.2017 
Quelle: Nordkurier 

Kontakt

Stadt Penzlin
Der Bürgermeister
Warener Chaussee 55a
17217 Penzlin

Telefon +49 3962 2551-0
Fax +49 3962 2551-52
f.colberg@penzlin.de